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Das Tiepolo-Fresko im Treppenhaus der Würzburger Bischofsresidenz ist mit 19 m × 32 m das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt. Durch die Wölbung umfasst seine Fläche 677 m². Es gab nie ein größeres einteiliges Fresko. Es entstand in den Jahren 1752 bis 1753 unter Leitung von Giovanni Battista Tiepolo, ... Die Residenz als Würzburger Musenhof.


… und stellt eine zeitgemäße Vorstellung von den (vier) Kontinenten dar: Europa, Afrika, Asien und Amerika 



Im Treppenhaus führt eine dreiläufige Treppe mit Ruhe- und Wendepodesten vom damals offenen Erdgeschoss mit der Kutscheneinfahrt in das Hauptgeschoss. Im Obergeschoss gibt es um diese Treppen herum einen breiten Umlauf. Von dort konnten Ankommende in Ruhe betrachtet werden. Umgekehrt aus der Sicht der Person, die die Treppe herauflief oder in einer Sänfte getragen wurde, wirkten die dort Herumstehenden schon wie ein Teil des Deckengemäldes, das so einen lebendigen Vordergrund erhielt. (Die Ballustraden wurden erst später mit einem Figurenprogramm dekoriert.)

Thema des Gemäldes ist die Verherrlichung des Hausherrn, des Fürstbischof von Würzburg durch die vier Kontinente. Der geistliche Fürst Karl Philipp von Greiffenclau schwebt in einem Medaillon über der Figur der Europa als Bewahrer und Förderer der Künste. Er wird von der ganzen Welt gefeiert, die durch vier Frauengestalten (= Kontinente), auf für ihren Kontinent typischen Tieren reitend, symbolisiert werden.


Im Zentrum des Bildes wird Apoll, umgeben von der antiken Götterwelt, über den vier Erdteilen im Himmelsgewölbe dargestellt.

Als Stellvertreter der Künste sind Balthasar Neumann (Architektur), Antonio Giuseppe Bossi (Bildhauer/Stuckateur) und Tiepolo (Malerei) unter ferner liefen selbst auch im Bild vertreten: Neumann auf einer Kanone reitend, eine Anspielung auf seinen ersten Beruf und seine offizielle Stellung als Oberst der Artillerie des fränkischen Kreises. Danach Bossi mit seinem Handwerkszeug zu Füßen über dem rechten Aufgang, sowie zuletzt Tiepolo im Eck zwischen Afrika und Europa, als Beobachter der Künstlerkollegen mit rotem Mantel und weißem Schal gekleidet.

Europa Bearbeiten

Europa erscheint in der Gestalt des Würzburger Hofs. Kirchensinsignien und einer Weltkugel, die weiter ergänzt wird, zeigt sie als Herrscherin über die Welt. Der Hof wird als Hort der Künste und der wissenschaftlichen Studien dargestellt.

America Bearbeiten

Eine barbusige Indianerin sitzt, mit buntem Federschmuck auf dem Kopf, als Allegorie für den neu entdeckten Kontinent Amerika auf einem riesigen Krokodil und ruft zur Jagd. Um sie herum eine tanzende, blutgierige Gesellschaft, die abgeschlagene Köpfe weißer Männer zu ihren Füßen liegen hat.[1]

Africa Bearbeiten

Inmitten eines Markttreibens liegt träge die nackte Africa auf einem Dromedar, umgeben von Schwarzen, Orientalen und Europäern; demütig überbringt ihr ein Krieger Geschenke. Ein Affe geht einem Strauß ans Federkleid.

Asia Bearbeiten

Die Asia reitet bekleidet auf einem prächtig geschmückten Elefanten. Es gibt Hinweise auf Asien als Geburtsstätte von Schrift und Wissenschaft. Ein Papagei fliegt aus dem Bild heraus.



Lücke




Resi WÜ

Haupttreppe mit Fresko Treppenabsatz oben



Frage spaßeshalber: "Where is Australia?"



MedienBearbeiten

Literatur Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten


  1. Die Epoche des europäische Kolonialismus begann Ende des 15. Jahrhunderts. Erst seit der Mitte des 15. Jahrhunderts befuhren europäische Segelschiffe die sieben Weltmeere. Die neuen Kolonialmächte wollten Kolonien aber nicht "einfach" nur ausbeuten, sondern sie auch missionieren, sie christianisieren. Vielleicht war das aber auch nur ein Vorwand für die Art der damaligen Geschäftsanbahnung.
    Zum Hintergrund: Kolonialismus und Imperialismus von 1450 bis 1950" von Benedikt Stuchtey (bei www.ieg-ego.eu)
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